Vergänglichkeit bedenken: Mal eben kurz dich daran erinnern, dass nichts für immer bleibt ...

Beuteln deine Emotionen dich noch oder schaust du ihnen schon zu, wie sie schrittweise verschwinden?



Nimm wahr, dass dich gerade ein unangenehmes Gefühl plagt, benenne es und beobachte, wie es sich langsam verabschiedet, gerade weil (!) du ihm Aufmerksamkeit schenkst ...


Kein Gefühl bleibt für immer, es sei denn, du unterdrückst es. Wenn du dich jedoch deinem Gefühl zuwendest und es zulässt, dann erfüllt es seine Aufgabe und kann wieder gehen.

Du hast also die Wahl: Entweder ignorierst du deine unangenehmen Gefühle und hältst sie so am Leben. Oder du gibst ihnen (für kurze Zeit) Raum und siehst zu, wie sie langsam aber zielsicher verschwinden. Man könnte auch von aktiver Sterbehilfe sprechen - Tod durch Wahrnehmung bzw. Aufmerksamkeit ... ;-)

Wenn du dich für den zweiten Weg entscheidest, das Zulassen und Loslassen von Emotionen, kannst du dies in fünf Stufen tun:

  1. Beobachte: Nimm wahr, dass da ein Gefühl ist.
  2. Identifiziere: Benenne es. Wenn möglich, verharre nicht bei Mischemotionen wie Frustration, Enttäuschung oder Ungeduld, sondern dringe vor bis zu den Basisemotionen wie Wut, Angst, Trauer. Denn diese sind klarer und aussagekräftiger.
  3. Bewerte neu: Würdige das Gefühl und - wenn du kannst - begrüße es sogar. Bedanke dich, dass es da ist, weil es sich um dich kümmert - es erinnert dich daran, dass jemand deine Bedürfnisse nicht erfüllt hat! Denn das ist die Aufgabe der unangenehmen Emotionen: Uns mitzuteilen, dass etwas bedroht ist - meistens unsere Bedürfnisse. Emotionen sind somit eine Art Bio-Indikator. Gradmesser, dass etwas nicht in Ordnung ist. Unsichtbare Arschtritte.
  4. Analysiere: Finde heraus, warum das Gefühl da ist, indem du das aktuell unerfüllte Bedürfnis identifizierst. Stelle fest, dass dieses Bedürfnis genau jetzt nicht (voll) erfüllt ist, ohne daran etwas ändern zu wollen. Stelle einfach nur fest, dass das so ist und dass das Gefühl dich drauf aufmerksam macht.
  5. Verabschiede mit Dankbarkeit: Bedanke dich bei deinem (wenn auch unangenehmen) Gefühl für die Sensibiliserung und entlasse es. Beobachte, wie es friedlich abzieht, weil du es dankbar angenommen und verabschiedet hast.

Wenn du mit deinen unangenehmen Emotionen künftig derart konstruktiv umgehst, werden sie nicht länger deine Peiniger sein, sondern deine Verbündeten ...