Verzerren: Mal eben kurz die eigene Deutung in Frage stellen ...

Hältst du dich noch für einen Gott der Wahrnehmung oder erkennst du deine wahrnehmungstechnischen und kognitiven Unzulänglichkeiten schon?



Lass den demütigen Gedanken zu, dass dich deine Wahrnehmung im Stich gelassen haben könnte und du die Situation fehlerhaft gedeutet haben könntest. Die Stichworte lauten "selektives Wahrnehmen" und "kognitives Verzerren" ...

 


Meinst du wirklich, dass du 24/7 immer und überall ALLES mitbekommst? Alles hörst, alles siehst, alles spürst, was dein Gegenüber von sich gibt? Und was, wenn du sogar in einem Meeting mit mehreren Personen bist? Wie willst du dann alles mitbekommen, da deine Augen ja immer nur eine Person anschauen und deine Ohren nicht alle Stimmen gleichzeitig wahrnehmen können, dir also zwangsläufig Vieles entgehen wird, ja muss?

Und meinst du wirklich, dass du immer richtig deutest, was du wahrgenommen hast? Wie oft hast du schon im Nachhinein eingesehen, dass ein Missverständnis bzw. eine Fehldeutung deinerseits deinen Ärger ausgelöst hat?

Denke an deine vielen irrtümlichen Annahmen und entkomme so aus der Falle der Selbstüberschätzung. Nimm einfach an, dass es auch anders sein könnte. Diese Eventualität entspannt dich. Ob diese zweite Annahme tatsächlich stimmt, kannst du später prüfen. Erst einmal geht es darum zu entschärfen, was explodieren könnte ...