Liquidieren

Wenn dich etwas stört, hast du drei Anti-Ärger-Ansätze:

  1. Der pragmatische Ansatz - quick & dirty
  2. Der buddhistische Ansatz - high & wide
  3. Der chronologische Ansatz - ganzheitlich

1. Der pragmatische Ansatz - quick & dirty

Etwas macht dich gerade total platt. Du hast keine Lust, das ganzheitlich anzugehen. Sondern willst dich nur mal eben schnell stabilisieren.

Dann wähle eine der 10 Notfallstrategien.

Die Strategien helfen sofort. Nur halt nicht dauerhaft. Aber das ist manchmal grad egal ...


2. Der buddhistische Ansatz - high & wide

Willst du dich den unzähligen Ärger-Angeboten des beruflichen oder privaten Alltags grundsätzlich entziehen und hast du ein Faible für die Meta-Ebene, also für den Blick von außen bzw. von außerhalb? Falls ja, dann sind die folgenden sieben Stabilisierungsstrategien interessant. Sie sind mir über Weg gelaufen und ich habe sie eingesammelt. "Buddhistisch" meint nicht, dass sie (alle) der entsprechenden Religion entstammen - ich habe sie lediglich so genannt, weil sie mich stark an das buddhistische Prinzip des Loslassens und Nicht-Anhaftens erinnern.

Die sieben Strategien funktionieren jeweils alleine für sich aber auch zusammen. Finde heraus, in welchen Situationen welche gut zu dir passen und ob du sie proaktiv oder reaktiv verwendest.

  1. Veränderungspotenzial: Vertraue, dass für dich in jedem Ärger wertvolle Wachstumschancen schlummern. Erkenne im Gegenüber (d)einen kostbaren und kostenfreien Arsch-Engel ...
  2. Vergänglichkeit: Nimm wahr, dass dich gerade ein unangenehmes Gefühl plagt, benenne es und beobachte, wie es sich langsam verabschiedet, gerade weil (!) du ihm Aufmerksamkeit schenkst ...
  3. Verhinderung: Erkenne, dass dein Gegenüber gerade in Not ist bzw. "vorübergehend verhindert". Sei gnädig mit dem "temporär Überforderten" ...
  4. Verletzlichkeit: Stelle widerstandslos fest, dass dich gerade etwas trifft. Ja, es tut gerade weh, so what. Du kannst Frustrationskompetenz, du bist kein kleines Kind mehr ...
  5. Versorgungsgrad: Erinnere dich daran, dass das Leben im Allgemeinen sehr gut zu dir ist: Du bist nicht im Knast, hast nur selten Hunger, lebst nicht im Krieg, erlebst keine Naturkatastrophen und leidest wahrscheinlich auch nicht an einer tötlichen Krankheit ...
  6. Verzerrung: Lass den demütigen Gedanken zu, dass dich deine Wahrnehmung im Stich gelassen haben könnte ("selektive Wahrnehmung") und / oder deine Deutung der Situation fehlerhaft sein könnte ("Verzerrung") ...
  7. Verzicht: Entscheide dich, in manchen Situationen manche Bedürfnisse "mal eben kurz" loszulassen. Es bringt dich nicht um. Ganz im Gegenteil, es beschert dir Freiheit und Frieden ...

3. Der chronologische Ansatz - ganzheitlich

Löse jeden Konflikt auf. Egal wie alt, egal wie heftig, egal wer beteiligt ist. Deeskaliere zunächst, analysiere dann, minimiere in Schritt 3, geh über zum Konfrontieren und positioniere dich am Ende - falls überhaupt noch nötig.



Phase 1: DEESKALIEREN


Entschärfen, was explodieren könnte.


Phase 2: ANALYSIEREN


Verstehen, was vorgefallen ist.


Phase 3: MINIMIEREN


Auflösen, was sich auflösen lässt.


Phase 4: KONFTRONTIEREN


Grenzen setzen, wo sich Grenzen setzen lassen.


Phase 5: POSITIONIEREN


Loslassen, wenn es nichts mehr zu tun gibt.