Aktives Zuhören

Aktives Zuhören

Reißt du Gespräche noch an dich oder bist du schon für dein Gegenüber (erst einmal) da?

"Aktives Zuhören" ist eine Konfliktpräventionsstrategie. Mit ihr schaffst du zu Beginn von Gesprächen eine gute Atmosphäre, damit dein Gegenüber dir vertrauen kann und sich öffnet. Die Strategie besteht aus den drei Einzelphasen "Assistieren", "Paraphrasieren" und "Verbalisieren". Wer diese Phase nicht ernst nimmt, riskiert beim Anderen Widerstand und Angst (vor dir bzw. vor Veränderung).




Aktives Zuhören ist alles, was du am Anfang eines Gespräch tun kannst, damit dein Gegenüber gerne mit dir spricht - sämtliche "vertrauensbildende Maßnahmen". Du kannst drei Dinge tun,  und zwar aufeinander aufbauend:

  1. Assistieren: Halte Augenkontakt, sende Bestätigungssignale (Nicken, hmmh-Laute),  wähle eine offene Körpersprache, lass keine Störungen zu (Telefon, Türklopfen, etc.), bewerte oder interpretiere nicht ...

  2. Paraphrasieren: Fasse die Kernaussagen fragend (!) zusammen und schau, ob dein Gegenüber zustimmt. 

  3. Verbalisieren: Blicke gemeinsam mit deinem Gegenüber in die Zukunft and vermute dabei fragend (!), wie es deinem Gegenüber gehen könnte mit seinem Thema und schau, ob er / sie zustimmt.

Beispiel

Wenn Dein Gegenüber (minutenlang) klagt über die aus seiner Sicht cholerische Art seiner Chefin, kannst du zunächst ...

Assistieren, in dem du eine  offene und zugewandte Körpersprache wählst, ihm dabei aufmerksam in die Augen blickst und gelegentlich nickst. All dies nicht mechanisch, sondern aus dem Herzen - weil du für ihn wirklich da sein willst.  Anschließend kannst du ...

Paraphrasieren, indem du vorsichtig das Gehörte zusammenfasst, am besten mit einer fragenden Haltung, etwa: "Hat das für dich schon etwas von Mobbing?". Falls er zustimmt und du noch einen (riskanten) Schritt weiter gehen willst, kannst du auch noch ...

Verbalisieren, indem du zum Beispiel eine Frage Richtung Zukunft stellst: "Und hast du Sorge, dass er damit gar nicht mehr aufhört oder es noch schlimmer wird?". Hierdurch lernt dein Gegenüber, dass du ihm nicht nur zugehört, sondern ihn auch verstanden hast und Anteil nimmst.

Das zusammen ist dann die hohe Kunst des Aktiven Zuhören: Das Gefühl, verstanden zu werden und richtig zu sein im Sinne von "nicht falsch" ...


Transfer

  • Paraphrasiere nur dann, wenn die Komplexität es erfordert. Nicht, wenn es banal wird, weil du dann wie ein doofer Papagei einfach nur Aussagen wiederholst. Das nervt häufig.
  • Wechsle nach dem Paraphrasieren ggf. kurzzeitig wieder ins Assistieren, da ja eine neue Gesprächssituationen eingetreten sein könnte.
  • Verbalisiere vorsichtig (ggf. mithilfe von Konjuktiven und in Form von Fragen) und nur, wenn du sicher bist, dass deine Annahme stimmt. Sonst fühlt sich dein Gegenüber wahrscheinlich missverstanden und zieht sich womöglich enttäuscht zurück. Das Motto: Weniger ist mehr.