Feedback-Erfolgsfaktor 13/15: Emotionen


Erkläre dem anderen, welche deiner Emotionen warum entstanden sind. Denn: Oft meldet sich ein bestimmtes Bedürfnis genau dann als unangenehmes Gefühl, wenn jemand etwas getan oder auch unterlassen hat. Nur weiß derjenige nichts davon – deshalb teile ihm mit, was du fühlst. Gib ihm WOSSAT: Benenne deine Wut, deine Ohnmacht, deine Schuld, deine Scham, deine Angst und/oder deine Traurigkeit. So erleichterst du ihm, Verständnis für dich zu entwickeln und sein Verhalten zu ändern. Dein Feedback könnte also folgendermaßen lauten: 


"Ich ärgere mich über deine Unpünktlichkeit, weil wir ohne dich noch nicht richtig beginnen konnten."

Riskant wäre es, stattdessen sogenannte Pseudo-Emotionen zu benennen: 


"Ich bin enttäuscht (von dir), weil wir ohne dich noch nicht richtig beginnen konnten."

Dein Gegenüber vernimmt hier nicht dein wahres Gefühl, in unserem Fall Ärger, sondern eine Mischform aus unangenehmen Emotionen und Vorwürfen. Du gehst hierbei zwei Risiken ein. Risiko 1: Du wirst vom anderen nicht ausreichend wahrgenommen und kannst somit auch nicht wirklich von ihm verstanden werden: Wenn du »enttäuscht« sagst, erfährt dein Gegenüber nicht, wie es dir wirklich geht. Risiko 2: Dein Gegenüber hört einen Vorwurf heraus: Adjektivisch gebrauchte Partizipien wie enttäuscht, verärgert, beleidigt und so weiter enthalten stets den subtilen Hinweis auf einen Verursacher, nämlich denjenigen, der die Tätigkeit ausgeführt hat. Ohne ihn jedoch zu benennen. Und so werden sie schnell zur versteckten, vorwurfsvollen Du-Botschaft: Du hast mich enttäuscht/verärgert/beleidigt. (Vergleiche oben die nicht ausgesprochene, aber durch dein Gegen- über herausgehörte Botschaft »von dir«.) Die folgende Tabelle nennt dir drei Beispiele für ungünstiges, pseudoemotionales Feedback:  



Was nimmst du mit?

Erkenne an, dass die meisten Menschen auf offen geäußerte Gefühle empfänglicher und verständnisvoller reagieren als auf nebulöse und potenziell vorwurfsvolle Pseudoemotionen. Benenne daher deine Emotionen und Bedürfnisse möglichst klar.  


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