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5. Sandwich statt Peitsche

Wenn du dem anderen dein kritisches Feedback unmittelbar anbietest,  kann es gut sein, dass er reflexhaft eine Verteidigungshaltung einnimmt.  Beginne dein Feedback deshalb lieber wertschätzend.

Sandwich heißt: Dein  Gegenüber empfängt die möglicherweise schwierig zu nehmende Kritik in  einer wohlwollenden Verpackung. Und das geht so: Zuerst etwas Positives  (1) benennen, dann die Kritik äußern (2) und mit einer positiven Aussage (3) abschließen, etwa so:  

  1. Stefan, ich mag dich als Kollege. (= wertschätzend)
  2. Was mich stört ist, dass du nicht immer pünktlich zu den Meetings  kommst. (= kritisch)
  3. Das ändert aber nichts daran, dass ich mich auf das gemeinsame Projekt  freue, das nächste Woche beginnt. (= wertschätzend) 

Bedenke jedoch auch die Grenzen des Sandwich-Ansatzes, denn er birgt  ein großes Risiko: Dein Gegenüber könnte meinen, die wohlwollende Verpackung  sei nur Makulatur, nur Manipulation. Sandwich ist prima, wenn  es vom Herzen kommt und wenn das Positive zu Beginn und am Ende  ehrlich, persönlich und konkret ist.

Wenn du gerade nichts Wertschätzendes zu sagen hast, dann lass es. Dein Gegenüber braucht wahrscheinlich  keine fragwürdigen Komplimente. Schenke ihm in einem solchen Fall  lieber deine uneingeschränkte Authentizität und Integrität, indem du  ihm ungeschminkt mitteilst, was du ehrlich empfindest.


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